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Ja, bitte noch ein Award

Ein Fazit zur Preisverleihung des ersten DigAMus-Award

Wir haben die Preisverleihung gemeistert. Es war sehr emotional und wir sind noch sehr berührt von dem vielen positiven Feedback. Jetzt ist hoffentlich bald Zeit, alles nochmal Revue passieren zu lassen. Bei der Preisverleihung haben wir eine kurze Einführungsrede gehalten, die wir euch hier noch einmal zum Nachlesen einstellen. Dort haben wir auch unsere ersten Gedanken dargelegt, wie es zukünftig weitergehen könnte. Vielleicht habt ihr ja Kommentare oder Ideen dazu. Immer her damit. Wir werden sicher bald wieder Energie getankt haben, um weiter auf den vielen Möglichkeiten herumzudenken.

Wie alles begann

Bereits im Februar diesen Jahres kam die Idee in einem Pausengespräch auf einer Tagung auf – also noch vor dem Lockdown. Wir unterhielten uns über Möglichkeiten, best practices digitaler Museumsangebote mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Ein Award schien uns eine tolle Möglichkeit, diese glänzen zu lassen und gleichzeitig andere zu mehr Experimenten in diesem Bereich zu motivieren.. 

Als dann der Lockdown kam und immer mehr neue digitale Projekte entstanden war klar, dass wir nicht mehr lange nach Sponsor*innen oder größeren Partner*innen suchen, sondern einfach machen wollten. Wir haben uns ein bisschen den Kopf zerbrochen, welchen Namen wir dem Award geben könnten. Und haben auf einen schon länger gebräuchlichen Hashtag auf Twitter zurückgegriffen: DigAMus für Digitale Angebote der Museen. 

Die Orga hat uns zunächst nicht geschreckt – schließlich sind wir alle erfahren im Tagungsbusiness. Aber so ein Award ist doch noch einmal etwas anderes – wie wir jetzt wissen. 

Der Award sollte dann auch stilecht im Rahmen des diesjährigen Symposiums „Das digitale Objekt“ verliehen werden. Allerdings war es uns von Anfang an ganz wichtig, die Planung des Awards unabhängig vom Deutschen Museum zu gestalten – so wie auch die Jury-Mitglieder unabhängig von Museen sein sollten. Schließlich sollten alle Museen die gleichen Chancen haben einen Preis zu bekommen.

Als wir dann mit der Ausschreibung live gingen, tröpfelte es zunächst ein bisschen. Allerdings nahm das Ganze schnell Fahrt auf und am Tag der Deadline für die Einreichungen kamen noch fast 50 Projekte – die alle noch auf die Website eingepflegt werden wollten!

Planungen

Tatsächlich hatten wir zu Beginn unserer Planungsphase noch befürchtet nicht ausreichend Einreichungen zu erhalten. Deshalb entschieden wir uns dafür, nicht bereits vorab Kategorien festzulegen.  Schließlich war die Webseite recht einfach aufgebaut, der Twitter-Kanal noch ganz frisch und keiner wusste, was wir vorhatten. 

Und dann hat uns die digitale Museums-Community überrascht und überrollt! Bis zum Einreichungsschluss Ende September erhielten wir unglaubliche 129 Zusendungen. Wir waren überwältigt und begeistert – nicht nur von der Anzahl der Projekte, sondern auch von der Bandbreite der vorgestellten Inhalte, der Diversität der digitalen Medien und Museen. 

Daraus eine Shortlist zu erstellen war absolut keine einfache Aufgabe für uns und wir diskutierten viel und lange, bis die insgesamt 6 Kategorien und 24 Projekte feststanden. 

Besonders wichtig waren uns hier die Kategorien “Integration & Inklusion” sowie der “Sonderpreis für Projekte mit wenig Budget”. 

Einerseits wollten wir vor allem auch jenen Projekten Sichtbarkeit verschaffen, die sich ganz speziell mit Fragen zur Integration und Inklusion beschäftigen – um damit auch die Diskussion zu öffnen für die eigentlich notwendige Selbstverständlichkeit diese beiden Aspekte bei der analogen sowie digitalen Vermittlungsarbeit immer mitzudenken. 

Mit dem Sonderpreis wollten wir zudem verhindern, dass nur diejenigen Projekte ausgezeichnet werden, die auch über besonders viele Mittel verfügen. Für uns sind auch besonders die Angebote spannend, die kreativ mit wenig Mitteln viele Menschen erreichen. 

Und nach der Veröffentlichung der Shortlist begann erst die richtige Arbeit – nun war unsere Jury dran. Und an dieser Stelle ein großer Dank von uns, dass sie sich der Aufgabe gestellt hat die 24 Projekte nach einer Punktematrix anhand der Kriterien Immersion, Partizipation, Innovation, Vermittlung, Nachhaltigkeit und Inklusion zu bewerten. 

Daneben wollten wir aber auch dem Publikum die Chance geben eigene Lieblingsprojekte zu bestimmen – auch gerade für diejenigen, die wir nicht auf die Shortlist gewählt hatten. Und auch hier hat uns die Community wieder überrascht, denn in nur knapp zwei Wochen gingen über 8.000 Votings bei uns ein und Anke musste phasenweise um ihren Mailserver bangen. 

Parallel dazu ging es dann an die Planungen zur Verleihung und auch hier wollten wir neue Wege gehen. Die Idee die Award-Ceremony in einem virtuellen Raum durchzuführen versprach spannend zu werden, stellte uns aber auch vor große organisatorische Herausforderungen – und bescherte uns mit einigen schlaflosen Nächten (wann plant man schon eine Veranstaltung, bei der der ganze Raum einstürzen könnte?). Ronit Wolf und Marcus Morba haben uns aber tatkräftig unterstützt und bestätigt, dass wir die Veranstaltung virtuell stattfinden lassen können. Dass dann doch noch einige wieder rausgeflogen sind und sich nicht mehr einloggen konnten, war super schade, aber gehört bei so einem Experiment dann auch dazu und macht das Ganze irgendwie auch nahbarer und menschlicher.

Was uns besonders gefreut hat: es gab sogar einen kleinen DigAMus-Award stilecht als vergoldete 3D-Figur (hier sei Marcus Morba ganz herzlich für die Umsetzung gedankt). Zu der Figur nur noch ein kurzes Wort: bei der Gestaltung war uns wichtig verschiedene Sammlungsinhalte anzusprechen – so steht die VR-Brille für technikhistorische, der Blätterkranz für naturhistorische und die Büste für kunst- und kulturhistorische Inhalte. 

Learnings

Wir haben eine Menge gelernt in den vergangenen Wochen. Und wissen jetzt, an welcher Stelle wir so weitermachen können und wo wir Prozesse und Abläufe besser, professioneller gestalten müssen. Beispielsweise müssen wir für ein Publikumsvoting ein besseres und stabileres Werkzeug finden – am idealsten wäre eines, bei dem man den Eingang der Votings live verfolgen kann.

Auch möchten wir den gesamten Prozess etwas klarer und strukturierter gestalten. Wir haben jetzt viele Dinge einfach gemacht – ohne sie vorher ausgiebig zu testen. Auch möchten wir die Kategorien für die Einreichungen etwas anpassen – hier werden wir uns stark an den bisher eingereichten Projekten orientieren. Da wir von Anfang an einen Preis für Museen vergeben wollten, aber nicht sicher waren, ob wir überhaupt genügend Einreichungen erhalten würden, haben wir das etwas lockerer gehandhabt.

Die Kommunikation zum DigAMusAward lief hauptsächlich über Twitter – und das spiegelt sich auch in den Einreichungen. Das nächste Mal möchten wir ein umfassenderes Kommunikationskonzept entwerfen. Aber das erfordert natürlich Ressourcen! 

Noch ein Award? Das war unsere erste provokante Frage, als wir die Idee hatten. Jetzt sehen wir, wie wichtig gerade die Sichtbarkeit der eingereichten Projekte ist. Und wir sind fest entschlossen, die nun entstandene Liste weiter wachsen zu lassen und diese vor allem dauerhaft bereitzustellen. Diese Liste allein war es schon wert, diesen Award ins Leben zu rufen. Wir bleiben da dran. 

Den Award soll es auf jeden Fall weitergeben. Aber professioneller. Größer. Mit mehr Ressourcen. Wir überlegen noch, wie wir das am besten aufstellen. Vielleicht gründen wir einen Verein. 

Eines ist aber ganz klar: es wird auf keinen Fall ein Hochglanz-Event werden. Sondern wir wollen das weiterhin aus der Community und mit der Community gemeinsam stemmen. In diesem Sinne: bis ganz bald!!

Euer DigAMus-Award Team
Andrea, Anke & Johannes


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