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Wie alles begann

Wie alles begann

Bereits im Februar 2020 kam die Idee in einem Pausengespräch auf einer Tagung auf – also noch vor dem Lockdown. Wir unterhielten uns über Möglichkeiten, best practices digitaler Museumsangebote mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Ein Award schien uns eine tolle Möglichkeit, diese glänzen zu lassen und gleichzeitig andere zu mehr Experimenten in diesem Bereich zu motivieren.. 

Als dann der Lockdown kam und immer mehr neue digitale Projekte entstanden war klar, dass wir nicht mehr lange nach Sponsor*innen oder größeren Partner*innen suchen, sondern einfach machen wollten. Wir haben uns ein bisschen den Kopf zerbrochen, welchen Namen wir dem Award geben könnten. Und haben auf einen schon länger gebräuchlichen Hashtag auf Twitter zurückgegriffen: DigAMus für Digitale Angebote der Museen. 

Die Orga hat uns zunächst nicht geschreckt – schließlich sind wir alle erfahren im Tagungsbusiness. Aber so ein Award ist doch noch einmal etwas anderes – wie wir jetzt wissen. 

Der Award sollte dann auch stilecht im Rahmen des Symposiums „Das digitale Objekt“ verliehen werden. Allerdings war es uns von Anfang an ganz wichtig, die Planung des Awards unabhängig vom Deutschen Museum zu gestalten – so wie auch die Jury-Mitglieder unabhängig von Museen sein sollten. Schließlich sollten alle Museen die gleichen Chancen haben einen Preis zu bekommen.

Als wir dann mit der Ausschreibung live gingen, tröpfelte es zunächst ein bisschen. Allerdings nahm das Ganze schnell Fahrt auf und am Tag der Deadline für die Einreichungen kamen noch fast 50 Projekte – die alle noch auf die Website eingepflegt werden wollten!

Planungen

Tatsächlich hatten wir zu Beginn unserer Planungsphase noch befürchtet nicht ausreichend Einreichungen zu erhalten. Deshalb entschieden wir uns dafür, nicht bereits vorab Kategorien festzulegen.  Schließlich war die Webseite recht einfach aufgebaut, der Twitter-Kanal noch ganz frisch und keiner wusste, was wir vorhatten. 

Und dann hat uns die digitale Museums-Community überrascht und überrollt! Bis zum Einreichungsschluss Ende September 2020 erhielten wir unglaubliche 129 Zusendungen. Wir waren überwältigt und begeistert – nicht nur von der Anzahl der Projekte, sondern auch von der Bandbreite der vorgestellten Inhalte, der Diversität der digitalen Medien und Museen. 

Daraus eine Shortlist zu erstellen war absolut keine einfache Aufgabe für uns und wir diskutierten viel und lange, bis die insgesamt 6 Kategorien und 24 Projekte feststanden. Besonders wichtig waren uns hier die Kategorien “Integration & Inklusion” sowie der “Sonderpreis für Projekte mit wenig Budget”. 

Einerseits wollten wir vor allem auch jenen Projekten Sichtbarkeit verschaffen, die sich ganz speziell mit Fragen zur Integration und Inklusion beschäftigen – um damit auch die Diskussion zu öffnen für die eigentlich notwendige Selbstverständlichkeit diese beiden Aspekte bei der analogen sowie digitalen Vermittlungsarbeit immer mitzudenken. 

Mit dem Sonderpreis wollten wir zudem verhindern, dass nur diejenigen Projekte ausgezeichnet werden, die auch über besonders viele Mittel verfügen. Für uns sind auch besonders die Angebote spannend, die kreativ mit wenig Mitteln viele Menschen erreichen. 

Und nach der Veröffentlichung der Shortlist begann erst die richtige Arbeit – nun war unsere Jury dran. Und an dieser Stelle ein großer Dank an die unglaublich tollen Menschen von der Jury 2020, dass sie sich der Aufgabe gestellt hat, 24 Projekte anhand der Kriterien Immersion, Partizipation, Innovation, Vermittlung, Nachhaltigkeit und Inklusion zu bewerten. Wir werden dieses Jahr eine ebenso tolle neue Jury haben, mit der wir auch eine Jury-Sitzung veranstalten werden, bei der es sicher viel zu diskutieren gibt.

Daneben wollten wir aber auch dem Publikum die Chance geben eigene Lieblingsprojekte zu bestimmen – auch gerade für diejenigen, die wir nicht auf die Shortlist gewählt hatten. Auch 2021 werden wir diese Möglichkeit wieder mit der Bekanntgabe der Shortlist freischalten.

Auch dies wird 2021 wieder passieren: Die Award-Ceremony in einem virtuellen Raum. Ronit Wolf und Marcus Morba haben uns 2020 tatkräftig unterstützt und werden das auch in diesem Jahr wieder tun.

Was uns besonders gefreut hat: es gab sogar einen kleinen DigAMus-Award stilecht als vergoldete 3D-Figur (hier sei Marcus Morba ganz herzlich für die Umsetzung gedankt). Zu der Figur nur noch ein kurzes Wort: bei der Gestaltung war uns wichtig verschiedene Sammlungsinhalte anzusprechen – so steht die VR-Brille für technikhistorische, der Blätterkranz für naturhistorische und die Büste für kunst- und kulturhistorische Inhalte. 

Learnings

Wir haben eine Menge gelernt im letzten Jahr. Und wissen jetzt, an welcher Stelle wir so weitermachen können und wo wir Prozesse und Abläufe besser, professioneller gestalten müssen. Beispielsweise müssen wir für ein Publikumsvoting ein besseres und stabileres Werkzeug finden – am idealsten wäre eines, bei dem man den Eingang der Votings live verfolgen kann. Wir arbeiten noch daran!!!

Noch ein Award? Das war unsere erste provokante Frage, als wir die Idee hatten. Jetzt sehen wir, wie wichtig gerade die Sichtbarkeit der eingereichten Projekte ist. Und wir sind unglaublich glücklich über die tolle Zusammenarbeit mit Wikidata, die uns eine perfekte Grundlage für spannende Abfragen geliefert haben. Darauf kann nun mit den nächsten Einreichungen aufgebaut werden.

Eines ist ganz klar: wir wollen das weiterhin aus der Community und mit der Community gemeinsam stemmen. In diesem Sinne: wir freuen uns sehr auf die ganzen Einreichungen zum DigAMus Award 2021!!