«Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv» – Ausstellungsdossier im MON Mag der Monacensia
«Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv» ist das Ausstellungsdossier im MON Mag, dem Online-Magazin der Monacensia im Hildebrandhaus. Die Monacensia ist das literarische Gedächtnis der Landeshauptstadt München: Literaturarchiv, Museum, Forschungsbibliothek und Künstler*innen-Villa. Das Dossier begleitet die Ausstellung «Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv», die vom 20. Mai 2026 bis zum 31. März 2028 zu sehen ist, und erweitert sie um Perspektiven, für die im Ausstellungsraum kein Platz ist.
Rachel Salamander gründete 1982 in München die Literaturhandlung, die erste Buchhandlung für Literatur zum Judentum in Deutschland nach 1945. Ihr Archiv – rund 600 Audiomitschnitte von Lesungen, dazu Fotografien, Dokumente und Gästebücher – schenkte sie 2022 der Stadt München. Seit Januar 2026 erzählen im Dossier Weggefährt*innen, Kurator*innen und Wissenschaftler*innen dieses Archiv weiter: Rachel Salamander selbst schreibt über die Literaturhandlung als öffentlichen Raum jüdischen Geisteslebens, Michael Brenner über den Tarbut-Kulturkongress, Barbara Picht über den «Kosmos» Literaturhandlung und die Berliner Filiale, Anat Feinberg über die Rezeption hebräischer Literatur, Susanne Klingenstein über jiddische Literatur, Irmela von der Lühe über junge jüdische Literatur, Erika Thomalla über das jüdische Verlagswesen nach 1945. Hinzu kommen Beiträge zu Grete Weil, Gerty Spies, Hanne Lenz und Walter Grab sowie Filme, deren Zahl über die Laufzeit der Ausstellung weiter wächst. Das Dossier ist damit kein Ausstellungsarchiv, sondern ein wachsender Publikationsraum, der über die Ausstellung hinaus Bestand hat.
Darüber hinaus erschließen drei Booklets die Themen für unterschiedliche Vorkenntnisse – ein Glossar («Was ist was?»), ein Personenregister mit 90 Kurzbiografien («Wer ist wer?») und eine Veranstaltungschronik 1982–2025 («Was war wann?»). Glossar und Personenregister sind für die Online-Lektüre adaptiert: Der Inhalt ist im MON Mag vollständig lesbar und zusätzlich als PDF herunterladbar. Die Veranstaltungschronik ist im MON Mag eingeordnet und ebenfalls als PDF verfügbar. Glossar und Personenregister verweisen zudem auf die Beiträge des Dossiers, in denen die jeweiligen Personen und Begriffe vorkommen, und werden fortlaufend aktualisiert – sie sind damit Nachschlagewerk und Einstieg zugleich. Von Juli 2026 bis April 2027 führen die Kurator*innen und Expert*innen in Instagram-Lives durch die Ausstellung und beantworten Fragen live. Zudem schlägt das Dossier die Brücke in die Gegenwart, etwa mit einem Beitrag zu jüdischen Leben in Hörspielen des Bayerischen Rundfunks.
«Literatur & Haltung digital», die erste digitale Ausstellung der Monacensia, ist aus dem Dossier heraus erreichbar. Sie ist mehr als eine Nacherzählung des Ausstellungsraums: Sie eröffnet einen eigenen Zugang zur Ausstellung und ist mit den anderen Ebenen des Angebots verzahnt. Verlinkt wird in beide Richtungen: Die digitale Ausstellung verweist namentlich auf Bestände in monacensia-digital, der Rechercheplattform des Literaturarchivs, und einzelne Dossierbeiträge führen umgekehrt zu den digitalisierten Quellen – etwa Louisa Mathes über die Audiokassetten des Archivs. So entstehen drei Ebenen mit freiem Wechsel: erzählter Zugang, redaktionelle Vertiefung, Primärquelle. Für keine davon musste ein neues Portal gebaut werden.
Alle Inhalte sind ohne Anmeldung und ohne Paywall nutzbar; der Eintritt in Ausstellung, Bibliothek und Garten ist dauerhaft frei. Das MON Mag arbeitet durchgängig mit beschreibenden Alternativtexten und verfügt über eine Barrierefreiheitserklärung. Jeder Beitrag trägt Autor*innenbox und Zitierempfehlung, Änderungen werden mit Aktualisierungsdatum ausgewiesen; auch das Dossier selbst hat eine eigene Zitierempfehlung und einen fortgeschriebenen Aktualisierungsstand – eine versionierte Publikation unter der ISSN 2944-3776, zitierfähig als Ganzes wie in ihren Teilen.
