Digitaler Auftritt des Handwerksmuseums Ovelgönne
Das Handwerksmuseum Ovelgönne hat seinen digitalen Auftritt vollständig in Eigenregie entwickelt. Ein Angebot externer Dienstleister lag im fünfstelligen Bereich und war für das Haus nicht finanzierbar. Ein ehrenamtliches Team hat die Website gemeinsam mit der Museumsleitung konzipiert und programmiert. Seit Juni 2026 ist sie online, auf Deutsch und Englisch, eine plattdeutsche Fassung ist in Arbeit. Die Website verbindet Information mit interaktiver Vermittlung. Sie zeigt dreidimensionale Modelle digitalisierter Objekte sowie einen Simulator, der die Lichtbündelung der historischen Schusterkugel nachvollziehbar macht und durch ein Quiz begleitet wird. Im frei zugänglichen Museumsgarten sind zehn große Arbeitsmaschinen mit QR-Codes ausgestattet. Ein Scan öffnet ohne App einen Objekt-Guide mit museumsfachlich dokumentierten Objektdaten, ausgewählten spannenden Hintergrundinformationen, Fotos und einem Audioguide. Ein integrierter Simulator macht die Funktion der jeweiligen Maschine erfahrbar. Der Einstieg über diese technischen Objekte ist bewusst gewählt, weil sich an ihnen die Arbeitsweise der Maschinen anschaulich vermitteln lässt. Die Ausweitung auf die Innenräume erfolgt schrittweise. Ein partizipativer Bereich bindet die Öffentlichkeit aktiv ein. Wer die Website besucht, kann eigene Objekte, Fotos und Familienerinnerungen anbieten, sich für Zeitzeugengespräche melden und darüber abstimmen, welches Exponat als Nächstes digitalisiert wird. So beteiligt sich die Öffentlichkeit unmittelbar an der Sammlungs- und Digitalisierungsarbeit des Museums. Die Website bildet die öffentliche Ebene eines umfassenderen, in Eigenregie entwickelten Vermittlungssystems, zu dem auch die 2026 neu aufgesetzte Medienstation “Ovelgönner Zeitkurbel” mit eigens gestalteter Software gehört. Das Projekt zeigt, welche digitale Vermittlungsqualität ein kleines, ehrenamtlich getragenes und hauptamtlich geleitetes Haus aus eigener Kraft erreichen kann.
