dialogfähiger KI-Avatar zur historischen Kulturvermittlung
„Frag Friedrich Barbarossa“ ist eine dauerhafte digitale Museumsinstallation im Stadtmuseum Kaiserslautern.
Seit März 2026 können Besucherinnen und Besucher mit einer lebensgroßen digitalen Rekonstruktion Kaiser Friedrich Barbarossas sprechen. Der Avatar beantwortet Fragen in natürlicher Sprache, reagiert auf individuelle Gesprächsverläufe und vermittelt Geschichte in Form eines Dialogs. Geschichte wird dadurch nicht nur erklärt, sondern als persönliches Gespräch erfahrbar.
Die Installation verbindet generative KI mit kuratierten Wissensquellen wie Museumsinhalten, lokalen Wissensdateien, Wikidata und Wikipedia. Der Kaiser beantwortet Fragen zu seiner eigenen Zeit, zur Geschichte Kaiserslauterns, zum Stadtmuseum sowie zu zahlreichen historischen und aktuellen Themen. Das System erkennt automatisch Deutsch und Englisch und antwortet in der jeweiligen Sprache.
Eine Besonderheit des Projekts liegt in der kontinuierlichen Auswertung anonymisierter Besucherdialoge. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung der Wissensbasis ein. Das Museum vermittelt dadurch nicht nur Wissen, sondern lernt zugleich von seinen Besucherinnen und Besuchern. Neue Themen werden ergänzt, Wissenslücken geschlossen und lokale Inhalte kontinuierlich erweitert.
Der digitale Barbarossa wurde von Dr. Christoph Dammann für das Stadtmuseum Kaiserslautern weitgehend in Eigenleistung entwickelt. Die Installation basiert auf einfacher Standardhardware – gebrauchter Laptop, gebrauchter Monitor, Mikrofon, Lautsprecher und Bedientaster – und verursacht nur sehr geringe laufende Kosten. Das Projekt zeigt, dass innovative digitale Kulturvermittlung nicht zwingend große Budgets voraussetzt.
Seit der Eröffnung am 4. März 2026 wurde das Projekt von mehr als 2.000 Besucherinnen und Besuchern genutzt. Nahezu 1.000 dokumentierte Dialoge und über vier Millionen verarbeitete Tokens belegen die intensive Nutzung. Das Projekt entwickelte sich zu einem Publikumsmagneten des Stadtjubiläums und wurde unter anderem vom SWR, der Rheinpfalz und dem Wochenblatt vorgestellt.
„Frag Friedrich Barbarossa“ verbindet historische Vermittlung, Künstliche Intelligenz, Besucherpartizipation und nachhaltige digitale Entwicklung zu einer neuen Form des Museumsdialogs. Das Projekt besitzt Modellcharakter und kann auf zahlreiche weitere historische Persönlichkeiten und Museen übertragen werden.
Der Avatar liegt auf
Barbarossa-dialog.onrender.com
Diese URL ist NUR für die Jury, sie darf nicht veröffentlicht werden. Die Menschen sollen sich nicht online mit dem Kaiser unterhalten, sondern dazu ins Museum kommen.