Herbfluencer:innen: Vier Frauen – über 800 Jahre Heilpflanzenwissen. Filmische Interviews und Animation

In der Medizingeschichte blieben viele Frauen unsichtbar – ihr Wissen jedoch nicht. Die Installation in einem kleinen Gewächshaus innerhalb der Ausstellung FLORA Wenn aus Wurzeln Wunder wachsen widmet sich vier Herbfluencer*innen, die über Jahrhunderte hinweg Heilpflanzenwissen sammelten, prägten und weitergaben. Sie stellen sich jeweils in einem eigenen Bereich vor und geben Einblick in ihr Denken und ihre Praxis. Das Medium der Animation macht sie dabei als sprechende und handelnde Subjekte nahbar. Auch wenn diese Frauen schon allein wegen ihres Geschlechts kaum Öffentlichkeit in heutigem Sinne erfuhren, ihr Wissen über die heilkundliche Wirkung und Anwendung pflanzlicher und anderer Stoffe war präsent: Es wurde genutzt und man vertraute darauf. In einem zweiten Teil ordnen zeitgenössische Expert*innen der Pflanzenheilkunde die Perspektiven ein und stellen sie in den heutigen Kontext. Diese vier repräsentativen Stimmen stehen jeweils exemplarisch für unterschiedliche Zugänge zur Pflanzenheilkunde:
Hildegard von Bingen steht für die ganzheitliche Klostermedizin des Mittelalters, in der Mensch und Natur als Einheit gedacht werden.
Maria Treben machte Pflanzenanwendungen durch ihre Bücher für viele Menschen zugänglich und international bekannt.
Dr. Veronica Carstens förderte die wissenschaftliche Erforschung der Phytotherapie entscheidend. Durch die von ihr gegründete Carstens-Stiftung schlug sie eine Brücke zur modernen Medizin.
Grete Flach verkörpert die persönlich zugewandte Volksheilkunde.
Herbfluencer:innen schafft einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen überliefertem Erfahrungswissen und wissenschaftlicher Reflexion – und gibt Frauen eine angemessene Stimme.
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HERBFLUENCER:INNEN ist Teil der Ausstellung “FLORA – Wenn aus Wurzeln Wunder wachsen”.
Die multimediale Ausstellung FLORA widmet sich dem komplexen Verhältnis von Mensch, Gesundheit und Natur. Ausgangspunkt ist das frühe deutschsprachige Kräuterbuch »Gart der Gesundheit«, das 1485 in Mainz entstand. Von hier aus spannt die Ausstellung den Bogen von historischem Heilpflanzenwissen zu heutigen Perspektiven auf Pflanzenwirkung und ökologische Herausforderungen.
Interaktive, künstlerische und sinnliche Stationen eröffnen den Besucherinnen und Besuchern unterschiedliche Zugänge zu den Themen. Im Zusammenspiel digitaler Formate mit Büchern und Herbarien werden historisches Wissen, naturwissenschaftliche Erkenntnisse und aktuelle Fragen zum Klimawandel und der schwindenden Artenvielfalt miteinander verwoben.