Mein Geld & Ich

Die Sonderausstellung “Mein Geld & Ich” im Geldmuseum der Deutschen Bundesbank ist ein gemeinschaftliches Spiel- und Raumerlebnis zur Finanzbildung. Ausgangspunkt war das Schulbuch “Geld verstehen”, dessen Kapitel nicht als klassische Lernstationen umgesetzt, sondern in drei zusammenhängende Erzählstränge übersetzt wurden, in denen die Besucher*innen selbst handeln, diskutieren und Entscheidungen treffen.

Gruppen von bis zu 15 Personen wählen eine von drei Spielfiguren – die 11-jährige Emmi, den 16-jährigen Amin oder das erwachsene Paar André und Tatjana – und helfen ihnen, einen persönlichen Wunsch zu finanzieren, etwa ein Smartphone, ein E-Schlagzeug oder ein Auto. Die Besucher*innen erleben finanzielle Entscheidungssituationen aus der jeweiligen Lebenswelt der Figuren und erfahren deren Konsequenzen unmittelbar. Ansprache und Komplexität passen sich dabei an: Ein Kind vergleicht einfache Preise, ein Erwachsenenpaar berechnet den effektiven Jahreszins. Nach den einzelnen Spielabschnitten erhält die Gruppe Feedback zu ihrem Abschneiden.

Eine Spielsequenz erweitert die Finanzbildung um Medienkompetenz: Anhand nachgestellter Finfluencer-Videos entscheidet die Gruppe, welche Aussagen seriös sind und welche Finanzversprechen kritisch hinterfragt werden sollten. So wird der Umgang mit Finanzinformationen im Netz unmittelbar zum Gegenstand des Spiels.

Das rund 30-minütige Erlebnis verbindet physische und digitale Interaktion. Die Gruppe stapelt große Holzmünzen, deren Anordnung sensorisch erfasst und in die Projektion eingebunden wird, schätzt über ein Drehrad die Entwicklung von Zinseszins, trifft per Buzzer gemeinsame Entscheidungen und ruft durch Antippen der Projektionswand weitere Informationen ab. Im Schwarzlicht-Finale sucht sie verborgene Symbole an den Wänden und setzt daraus gemeinsam eine PIN zusammen, mit der sie den Kauf abschließt. Projektion, Licht, Sound und Sensorik sind miteinander vernetzt und reagieren in Echtzeit auf die Aktionen der Gruppe.

Die Ausstellung ist zweisprachig (Deutsch/Englisch) und rollstuhlgerecht gestaltet. Die Kerninhalte sind untertitelt, die Interaktionen niedrigschwellig und intuitiv gehalten. Die Verbindung aus Storytelling, gemeinschaftlichen Entscheidungen, physischen Spielelementen und digitaler Rauminszenierung schafft eine innovative Form der Finanzbildung. Aufgrund der positiven Resonanz wurde die Laufzeit verlängert. Die Ausstellung ist voraussichtlich bis Ende 2027 kostenlos zugänglich.