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Wie machen wir das ?

Von Beginn an waren digitale Angebote für uns eine Erweiterung des Museumsbesuchs. Diese können dabei helfen, Besuche vor- oder nachzubereiten. Über digitale Projekte werden oft auch Inhalte gezeigt, die keinen Platz im Ausstellungskonzept gefunden haben. Oder es entstehen dadurch Projekte über Museumsgrenzen hinweg. Und all dies nicht nur in Zeiten von Corona, sondern auch dann, wenn Museen ganz normal geöffnet haben. So bieten Online-Angebote z.B. auch den Menschen Zugang zu Ausstellungs-Inhalten, die aus gesundheitlichen, finanziellen oder anderen Gründen nicht ins Museum kommen können. All diese großartigen Projekte wollen wir für unseren Award! Die Auswahl fällt dabei nicht immer leicht, weshalb wir klare Kriterien formuliert haben, an denen wir uns bei der Bewertung orientieren.

Teilhabe und Zugänglichkeit

Digitale Angebote bieten die Chance,  einen Zugang bereitzustellen, der  im Idealfall barrierearm und niederschwellig sein kann. Die Frage der Teilhabe am Kulturangebot muss aus vielen Perspektiven gestellt werden. Bei der Bewertung stellen wir uns folgende Fragen: Wer kann teilhaben? Wer wird möglicherweise ausgeschlossen? Werden unterschiedliche Bedürfnisse in der Ansprache der Nutzer*innen berücksichtigt und welche Möglichkeiten zur Interaktion oder gar zur Co-Creation bestehen. 

Barrierefreiheit

Bei der Bewertung der eingereichten Projekte werden wir ein besonderes Augenmerk auf die Frage lenken, wie es um die Barrierefreiheit der jeweiligen Angebote steht. So wird geprüft, ob es Untertitel gibt oder wie das jeweilige Design die Notwendigkeiten für Screenreader mitdenkt. Auch könnte  positiv bewertet werden, wenn es ein hörbares Angebot oder Leichte Sprache gibt. Aus der Perspektive der Nutzer*innen gesehen, werden die eingereichten Projekte aber auch dahingehend bewertet, inwiefern diese schon von Anfang an für Menschen mit besonderen Bedürfnissen konzipiert wurden. Ein solcher Ansatz ist allemal wirkungsvoller als später nachgelieferte Hilfsmittel. 

Interaktion

Im Hinblick auf Partizipation und Interaktion sollen Projekte dahingehend bewertet werden, welche Möglichkeiten sie bieten, sich einzubringen und aktiv beizutragen. Dabei spielen diverse Stufen der Partizipation eine Rolle. Wichtig ist z.B. auch die Art und Weise, wie zum Mitmachen eingeladen wird. Ein entscheidender Aspekt ist der Grad der Gestaltungsmöglichkeit für die Beteiligten. Wie gelingt der Einstieg? Welche Ideen gibt es, die Hürden zur Teilnahme möglichst gering zu halten? Welche Motivationsanreize funktionieren besonders gut? Wie nachhaltig wird das Ganze weiter verfolgt und über einen längeren Zeitraum zugänglich sein?

Erlebnis

Es wird bewertet, inwiefern das eingereichte Projekt Immersion erzeugt und ob die Nutzung als emotionales Erlebnis wahrgenommen und erinnert wird. Digitale Angebote sollen ebenso wie analoge Angebote nicht nur Wissen vermitteln, sondern die Besucher*innen auch emotional abholen. Immersive und emotionale Erlebnisse bleiben dabei länger im Gedächtnis, unterstützen den Lernprozess und fördern die Bindung zum Museum. Bei der Bewertung stellen wir uns Fragen wie: Spricht das Angebot emotional an? Fühlen sich die Nutzer*innen unterhalten? Führt das Angebot dazu, dass man in das Erlebnis eintauchen möchte? 

Technik

Technische (Neu-)Entwicklungen bieten häufig zahlreiche Möglichkeiten der Vermittlung, Visualisierung und Ausgestaltung von Inhalten. Der innovative Charakter neuer Medien kann dabei helfen bei der Projektentwicklung neue Wege zu beschreiten. Bei der Suche nach dem “richtigen” technischen Werkzeug für die Präsentation von Objekten oder Inhalten sollte jedoch stets die Maxime “form follows function” im Vordergrund stehen. Für den Award fragen wir: Dient die verwendete Technik den Inhalten und schafft so einen Mehrwert für Anwender*innen? Hilft die verwendete Technik dabei, die Inhalte in einer neuen Form zu präsentieren und dadurch neue Perspektiven zu eröffnen?

Vermittlung

Aus der Perspektive der Kulturvermittlung betrachten wir die eingereichten Projekte hinsichtlich zweier Aspekte. Zum einen geht es um die Vermittlungsansätze für die Inhalte, die im Rahmen digitaler Angebote verwendet werden. Desweiteren achten wir auf die Nutzung digitaler Anwendungen, um die Vermittlungsziele umzusetzen. Beide Betrachtungsebenen – Kultur- und Digitale Vermittlung – haben ihre jeweiligen Produktionsbedingungen und methodischen Ansätze. Für die Bewertung der eingereichten Projekte steht die Frage nach erkennbaren didaktiktischen Ansätzen und Leitlinien im Vordergrund. Wir betrachten, welche Vermittlungsziele nachvollziehbar sind und ob  deren technische Umsetzung angemessen ist? 

Nachhaltigkeit

Das Thema “Nachhaltigkeit” ist in unserer Zeit auf vielen Ebenen zu verorten. Dabei kann es beispielsweise um die Nachhaltigkeit der verwendeten Materialien in Projekten gehen oder um die Nachhaltigkeit im Sinne einer dauerhaften und nachhaltigen Bereitstellung der Projektergebnisse oder Angebote. Gerade im digitalen Raum steht hierbei die Verwendung offener Quellen proprietären, von Kulturinstiutionen lizenzierten Angeboten gegenüber. Ist das verwendete Werkzeug oder der verwendete Dienst kostenpflichtig oder kann er kostenfrei nachgenutzt werden? Ist das digitale Angebot auf einen Zeitraum begrenzt nutzbar oder wurde die dauerhafte Speicherung der Inhalte im Projekt bedacht? Gibt es bei digitalen Angeboten eine nachhaltige Nutzungsstrategie im Sinne der FAIR-Prinzipien?