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DigAMus 2026 auf Wikidata!

Seit 2020 haben sich über 500 digitale Projekte aus Museen im deutschsprachigen Raum beim DigAMus Award beworben. Apps, Online-Sammlungen, Podcasts, Games, Social-Media-Formate, VR-Erlebnisse. Ein beachtlicher Querschnitt dessen, was Museen digital ausprobiert haben. Und viele dieser Projekte haben eine kurze Sichtbarkeit: Förderung endet, Personal wechselt, Server werden abgeschaltet, Domains laufen aus. Was bleibt, ist oft nur eine Pressemitteilung.

Deshalb archivieren wir den DigAMus Award und seine Projekte nicht in einer Tabelle auf unserem Rechner, sondern in Wikidata: offen, verknüpft und für alle abfragbar. In diesem Beitrag zeigen wir, was man aus diesen Daten herauslesen kann, warum sich Museumsleute mit Wikidata befassen sollten und wie jeder selbst dazu beitragen kann, dass ein Projekt nicht im digitalen Nirgendwo verschwindet.

Was die Daten erzählen

Der DigAMus Award hat auf Wikidata eine Projektseite auf der die verwendeten semantischen Eigenschaften (Properties) definiert sind: https://www.wikidata.org/wiki/Wikidata:WikiProject_Digital_projects_of_museums/Digital_projects_of_museums. Wichtig ist zu verstehen, dass nur die Eigenschaften, die eingetragen sind auch abfragbar sind. Hier gibt es einen Einstieg in Wikidata.

Weil alle Projekte in Wikidata liegen, lassen sich Fragen an das Archiv stellen, an die beim Anlegen niemand gedacht hat. Kein Programmierwissen nötig: Ein Klick auf den Link öffnet den Wikidata Query Service, ein Klick auf das blaue Play-Symbol führt die Abfrage aus. Wer mag, ändert eine Zeile und sieht, was passiert.

Ein paar Beispiele:

Was ist eigentlich ein digitales Museumsprojekt? Diese Abfrage zeigt, wie vielfältig die Formate und mit welchen Q-Nummern sie abgefragt werden können. Abfrage. Welche Properties haben digitale Museumsprojekte? Abfrage

Wann haben wie viele Projekte teilgenommen? Teilnahmen, Nominierungen und Gewinne pro Jahr, auf einen Blick. (Abfrage und Ergebnis)

Wo sitzen die Museen, die digital experimentieren? Eine Karte aller teilnehmenden Institutionen. Je größer die Zahl im Layer, desto mehr Projekte hat ein Haus eingereicht. Auf der Karte wird schnell sichtbar, welche Regionen aktiv sind und wo es weiße Flecken gibt. (Abfrage und Karte)

Wer bleibt dran? Institutionen, die in mehreren Jahrgängen dabei waren. Digitale Arbeit ist selten ein Einzelprojekt, sondern eine Haltung, die sich über Jahre entwickelt. (Abfrage)

Wo fehlt noch etwas? Eine Liste aller Projekte, denen ein englischer Titel, eine englische Beschreibung, eine Website, eine verknüpfte Institution oder eine Jahresangabe fehlt. Diese Abfrage ist eher eine Einladung, Wikidata auch selbst zu pflegen. (Abfrage)

Warum Wikidata Museen etwas angeht

Wikidata ist auf Dauer angelegt und wird von einer weltweiten Community gepflegt. Ein Eintrag dort überlebt Förderperioden, Relaunches und Personalwechsel. Er dokumentiert, dass es Ihr Projekt gab, wer es gemacht hat und wann.

Sichtbarkeit. Suchmaschinen, Wikipedia-Infoboxen, Bibliothekskataloge und digitale Assistenten greifen auf Wikidata zu. Auch KI-Systeme beziehen strukturiertes Wissen von dort. Was in Wikidata steht, wird gefunden. Was dort fehlt oder falsch ist, wird seltener gefunden oder falsch interpretiert.

Weil Daten erst durch Verknüpfung wertvoll werden. Ein Wikidata-Eintrag verbindet Ihr Projekt mit Ihrer Institution, mit Orten, Personen, Normdaten wie der GND und mit anderen Projekten. So entstehen Zusammenhänge, die keine einzelne Datenbank abbilden kann.

Weil es Ihre eigene Praxis ist. Museen sammeln, ordnen und erschließen. Wikidata ist genau das, nur offen und gemeinschaftlich. Wer mit Sammlungsdaten arbeitet, findet hier vertraute Fragen in neuer Form. Und alle Daten stehen unter CC0, sind also frei nachnutzbar, auch für Ihre eigene Forschung oder Vermittlung.

Weil das digitale Gedächtnis der Museen sonst Lücken hat. Über Ausstellungen gibt es Kataloge. Über digitale Projekte gibt es oft nichts. Der DigAMus-Datensatz ist ein Anfang, um diese Lücke zu schließen.

Was jeder selbst tun kann, in zehn Minuten

Sie müssen keine Wikidata-Expertin sein. Wenn Ihr Haus beim DigAMus Award mitgemacht hat, können Sie den Eintrag Ihres Projekts selbst verbessern:

  1. Eintrag finden. Öffnen Sie die Datenqualitäts-Abfrage und suchen Sie Ihr Projekt. Oder geben Sie den Projektnamen in die Suche auf wikidata.org ein.
  2. Konto anlegen. Bearbeiten geht auch ohne Konto, dann wird aber Ihre IP-Adresse angezeigt. Ein kostenloses Konto ist schnell erstellt.
  3. Englisch ergänzen. Fehlen englischer Titel oder englische Kurzbeschreibung? Oben im Eintrag unter „In weiteren Sprachen“ eintragen. Das macht Ihr Projekt international auffindbar.
  4. Website eintragen. Über „Aussage hinzufügen“ die Eigenschaft offizielle Website (P856) ergänzen. Ist das Projekt offline, gern zusätzlich einen Link aus dem Internet Archive als archivierte URL (P1065).
  5. Institution verknüpfen. Ist Ihr Museum als Betreiber oder Urheber eingetragen? Wenn nicht, ergänzen. Hat Ihr Museum selbst einen Wikidata-Eintrag mit Koordinaten, erscheint es dann auch auf unserer Karte.
  6. Daten ergänzen. Startdatum (P571), Projekttyp (P31), bei eingestellten Projekten auch das Enddatum. Gerade diese Angaben machen spätere Auswertungen möglich.
  7. Quelle angeben. Wo möglich eine Referenz hinzufügen, etwa die Projektseite oder eine Pressemitteilung.

Ein Archiv, das mit jedem Beitrag besser wird

Jede Ergänzung, ob englischer Titel, Website oder Startdatum, macht nicht nur das eigene Projekt sichtbarer. Sie macht auch die Auswertungen genauer, die wir hier zeigen, und hilft allen, die verstehen wollen, wie sich die digitale Museumsarbeit im deutschsprachigen Raum entwickelt.

Wenn Sie dabei etwas Überraschendes entdecken, erzählen Sie es uns! Vielleicht wird daraus der nächste Beitrag.

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